Dell PowerEdge R640

Mögliche Backplane- und Verkabelungskonfigurationen

Ein praktischer Überblick über die Verkabelungsvarianten von Backplanes, Controllern und interner Verkabelung im Dell PowerEdge R640 Server. Der Artikel basiert auf den technischen Diagrammen im Servicehandbuch und übersetzt sie in eine besser lesbare Form für die Konfigurationsauswahl, den Service und das Speicher-Upgrade.

Was dieser Artikel behandelt
Die Seiten 101–110 des Servicehandbuchs zeigen, wie beim R640 die Verkabelung zwischen der vorderen Backplane, der eventuellen hinteren Backplane, dem Systemboard und den Mini-PERC- oder Adapter-PERC-Controllern verläuft. Dieser Abschnitt ist besonders wichtig beim Umbau der Festplattenkonfiguration, dem Austausch eines Controllers oder beim Übergang zwischen SAS/SATA- und NVMe-Varianten.

Schnelle Zusammenfassung der Varianten

Konfiguration Typische Verwendung Controller / Verbindung
4 × 3.5" größere HDDs und einfacherer Frontspeicher Mini PERC oder Adapter PERC
8 × 2.5" universelle SAS/SATA-Konfiguration Mini PERC, Adapter PERC oder Onboard SATA
10 × 2.5" flexibelste Plattform Mini PERC, Adapter PERC, NVMe
10 × 2.5" + 2 × 2.5" hinten Erweiterung um hintere Laufwerke Mini PERC, Adapter PERC oder Onboard SATA
10 × 2.5" + 4 / 8 NVMe Leistungsstarke NVMe-Konfigurationen NVMe-Kabel + Adapter PERC für SAS-Teil

So lesen Sie die Diagramme im Handbuch

In den Dell-Serviceillustrationen wiederholen sich einige Schlüsselelemente. Die Backplane ist eine Festplatten-Zwischenplatine, in die die Festplatten eingeschoben werden. Bei 10 × 2.5"-Varianten ist zusätzlich ein Backplane-Expander vorhanden, der die Verbindung für mehr Positionen erweitert. Des Weiteren gibt es Signalkabel, Stromkabel, SAS/SATA-Kabel und je nach Konfiguration auch NVMe-Kabel. Wenn eine hintere 2 × 2.5"-Backplane bestückt ist, kommt noch eine separate Stromversorgung und Signalleitung für die hintere Backplane hinzu.

Der Unterschied zwischen Mini PERC und Adapter PERC liegt in der Position des Controllers und der Kabelführung. Beim Mini PERC führt die Verkabelung normalerweise direkt zum Mini-PERC-Modul oder zum Speicheranschluss. Beim Adapter PERC wird die SAS-Verbindung auf die PERC11-Karte umgeschaltet, was besonders in späteren Diagrammen des Kapitels gut zu erkennen ist.

Seite 101 · Abb. 87

10 × 2.5" vordere Backplane + 2 × 2.5" hintere Backplane mit Mini PERC

Diese Variante kombiniert eine vollständige zehn-Positionen-Front-Backplane, eine Zwei-Positionen-Rear-Backplane und einen Mini PERC Controller. Im Vergleich zu einfacheren Konfigurationen kommt hier ein hinteres Strom- und Signalkabel für die Rear-Backplane hinzu.

Das Diagramm zeigt gleichzeitig zwei NVMe-Kabelpaare, ein PCIe-Kabel für die Erweiterungskarte und zwei wichtige SAS-Verbindungen – eine von der Haupt-Backplane und eine zur hinteren Backplane. Dies ist also eine der komplexesten Kabelkonfigurationen im gesamten Kapitel.

  • Backplane + Backplane Expander im vorderen Bereich
  • hintere Backplane 2 × 2.5" mit separatem Strom- und Signalkabel
  • Mini PERC-Karte
  • PCIe-Erweiterungskarte und separates PCIe-Kabel
  • zwei NVMe-Paare: BP PCIe B1/A1 und BP PCIe B0/A0
  • SAS-Leitung von der Backplane zum Speicheranschluss
Dell PowerEdge R640 10 x 2.5 backplane plus rear 2 x 2.5 with Mini PERC
Seite 102 · Abb. 88

10 × 2.5" Backplane mit Mini PERC

Diese Konfiguration ist im Vergleich zur vorherigen einfacher, da die hintere Backplane und deren Verkabelung fehlen. Es bleiben jedoch der Backplane-Expander, zwei NVMe-Kabelpaare und die SAS-Verbindung zum Mini PERC erhalten.

Für den Service ist dies ein gutes Referenzmodell für die Zehn-Positionen-2,5-Zoll-Plattform, von der auch andere NVMe- und PERC11-Varianten abgeleitet werden.

Dell PowerEdge R640 10 x 2.5 backplane plus rear 2 x 2.5 with Mini PERC
Seite 103 · Abb. 89

10 × 2.5" Backplane mit NVMe

Bei der NVMe-Variante kommt ein separat gezeichnetes NVMe-Signalkabel von der PCIe-Erweiterungskarte zum Anschluss BP PCIe A2 hinzu. Dies bestätigt, dass ein Teil der Kommunikation nicht mehr nur über die klassische SAS-Verbindung und den Controller, sondern direkt über die PCIe/NVMe-Verbindung erfolgt.

Der Mini PERC ist im Bild immer noch vorhanden, da die Konfiguration einen SAS/SATA-Teil mit einer NVMe-Schicht im selben Gehäuse kombinieren kann.

Dell PowerEdge R640 10 x 2.5 backplane plus rear 2 x 2.5 with Mini PERC
Seiten 104–105 · Abb. 90–92

4 × 3.5" und 8 × 2.5" mit Mini PERC oder Onboard SATA

Seite 104 zeigt zwei grundlegende Kombinationen mit Mini PERC: 4 × 3.5" und 8 × 2.5". In beiden Fällen ist das Schema deutlich einfacher als bei der 10 × 2.5"-Plattform, da hier kein Backplane Expander vorhanden ist.

Auf Seite 105 ist zusätzlich die Variante 8 × 2.5" mit Onboard SATA dargestellt. Hier ist der Unterschied zwischen einem Hardware-Controller und einer direkten SATA-Verbindung zum Systemboard gut zu erkennen.

Dell PowerEdge R640 10 x 2.5 backplane plus rear 2 x 2.5 with Mini PERC Dell PowerEdge R640 10 x 2.5 backplane plus rear 2 x 2.5 with Mini PERC
Seiten 106–107 · Abb. 93–95

4 × 3.5" + hinten 2 × 2.5" und 8 × 2.5" mit Adapter PERC

Auf Seite 106 erscheint die 4 × 3.5" mit Adapter PERC, also mit der PERC11-Karte. Gleichzeitig beginnt die Konfiguration 4 × 3.5" + 2 × 2.5" hintere Backplane mit NVMe, die auf Seite 107 fortgesetzt wird.

Seite 107 schließt dann die Rear-Backplane-Variante ab und fügt 8 × 2.5" mit Adapter PERC hinzu. Dell unterscheidet die Verkabelung also nicht nur nach dem Typ der Laufwerke, sondern auch nach der physischen Ausführung des Controllers.

Dell PowerEdge R640 10 x 2.5 backplane plus rear 2 x 2.5 with Mini PERC Dell PowerEdge R640 10 x 2.5 backplane plus rear 2 x 2.5 with Mini PERC
Seiten 108–110 · Abb. 96–99

10 × 2.5" mit Adapter PERC, hintere Backplane, 4 NVMe und 8 NVMe

Der letzte Block ist der wichtigste für High-End-Konfigurationen des R640. Auf Seite 108 ist ein 10 × 2.5" mit Adapter PERC abgebildet. Gleich danach folgt ein 10 × 2.5" + 2 × 2.5" Rear Backplane mit Onboard SATA, abgeschlossen auf Seite 109.

Die Seiten 109–110 zeigen dann zwei reine NVMe-Varianten: 10 × 2.5" mit 4 NVMe und 10 × 2.5" mit 8 NVMe. In beiden Fällen bleiben der Backplane-Expander, die Strom- und Signalleitungen und bei Bedarf auch der Adapter PERC für den SAS-Teil des Systems erhalten.

  • 10 × 2.5" Adapter PERC: SAS von BP SAS A0/B0 zu PERC: A1
  • 10 × 2.5" + Rear 2 × 2.5" Onboard SATA: Rear Power + Rear Signal + SAS zur Rear Backplane
  • 10 × 2.5" mit 4 NVMe: nur ein Paar NVMe-Kabel B0/A0 gezeichnet
  • 10 × 2.5" mit 8 NVMe: beide NVMe-Paare B1/A1 und B0/A0 gezeichnet
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Wichtige Hinweise zur Kompatibilität und Wartung

  • Die 10 × 2.5"-Plattform ist in Bezug auf die Verkabelung die komplexeste, da sie Expander, PERC, NVMe und hintere Backplanes kombinieren kann.
  • 8 × 2.5" ist eine sehr universelle Konfiguration – sie kann mit Mini PERC, Adapter PERC oder rein über Onboard SATA betrieben werden.
  • 4 × 3.5" ist die einfachste in Bezug auf das Kabelmanagement, aber auch hier gibt es einen Unterschied zwischen Mini PERC und PERC11.
  • Wenn eine hintere 2 × 2.5"-Backplane hinzugefügt wird, erweitert sich immer die Strom- und Signalleitung und es ist notwendig, die korrekte Kabelführung im Bereich hinter den Laufwerken zu überprüfen.
  • Das Handbuch enthält Kompatibilitätseinschränkungen für einige PERC11-Konfigurationen, insbesondere in Verbindung mit Dual PERC und 10 × NVMe-Varianten.
Praktischer Servicehinweis: Beim Austausch einer Backplane oder eines Controllers ist es sinnvoll, die tatsächliche Kabelführung im Server vorher zu fotografieren. Der R640 hat mehrere sehr ähnliche, aber nicht vollständig austauschbare Varianten.
Die Grundlage ist das Dell EMC PowerEdge R640 Installations- und Servicehandbuch, insbesondere die Abschnitte über Backplane und Kabelführung auf den Seiten 101–110.

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